zwei Geschwister
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Ich bin doch auch noch da

Das Leben der Geschwister von Kindern mit einer Behinderung ist von besonderen Erfahrungen und Fragestellungen geprägt, die im Alltag häufig zu wenig Beachtung finden.

Die nicht behinderten Geschwisterkinder erleben vielfach, dass ihre Eltern dem Bruder oder der Schwester mit einer Behinderung erheblich mehr Zeit und Aufmerksamkeit zuwenden als ihnen selbst. Deshalb lernen sie sehr früh, Rücksicht zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Wünsche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung zurückzustellen. Sie haben oftmals das Gefühl, ihren Eltern nicht auch noch mit ihren eigenen Fragen, Sorgen oder Ängsten zur Last fallen zu dürfen.

Eltern belastet diese Situation ebenfalls. Sie wissen um die hohen Anforderungen, die sie an ihr nicht behindertes Kind stellen und die das Zusammenleben mit einem behinderten Kind mit sich bringt. Auch kommt es häufig im weiteren Umfeld des nicht behinderten Kindes, etwa im Kindergarten oder in der Schule zu Unsicherheiten und Konflikten.

Biete Erfahrung - suche Haltung

Titelbild der Broschüre

Wie "behindert" muss man sein, um "Spasti" als Schimpfwort zu benutzen?
Herausgegeben von Marlies Winkelheide mit dem Geschwisterrat, 60 Seiten, Geest-Verlag, Vechta 2016

In der Broschüre erzählen Geschwister von ihren Erfahrungen. Sie beschreiben, was Geschwister von Kindern mit Behinderung in der Schule erleben. Wie sie mit Anfeindungen, Beschimpfungen oder Verletzungen umgehen. Welche Schimpfwörter besonders verletzend sind.
Marlies Winkelheide erklärt dazu: "Auch wenn es heute der Anspruch ist, jeden gleichwertig zu behandeln, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, zieldifferenziert im Unterricht zu arbeiten, jeden an allem zu beteiligen, ist die Frage der Ausgrenzung auf dem Schulhof, der Beleidigungen und Verletzungen geblieben, wenn nicht sogar in letzter Zeit wieder gestiegen."

Die Broschüre gibt es kostenlos bei der Geschwisterbücherei. Sie bietet Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen die Möglichkeit, einmal den Blick der Geschwister einzunehmen.

 

Besondere Fragen

Geschwister von Kindern mit einer Behinderung werden sehr früh mit besonderen Fragestellungen konfrontiert. Sie fragen:

  • Warum habe gerade ich eine behinderte Schwester, einen behinderten Bruder?
  • Bin ich für meinen Bruder, meine Schwester immer verantwortlich?
  • Wie kann ich meinen eigenen Weg finden, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben?
  • Was bedeutet Gerechtigkeit im Zusammenleben mit einer Schwester, einem Bruder mit Behinderung?
  • Warum benutzen Menschen „behindert“ als Schimpfwort?

Im Laufe des Lebens stellen sich diese Fragen immer neu, andere kommen hinzu.

Beratung für wen?

Die Beratung richtet sich an alle Menschen, die Fragen zum Thema „Geschwister von Kindern mit Behinderungen“ haben:

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen Bruder oder eine Schwester mit einer Behinderung haben
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die eine Behinderung haben
  • Eltern und andere Angehörige
  • MitarbeiterInnen in Kindergärten und Schulen
  • Fachleute in der Arbeit mit Familien und Menschen mit Behinderung, Therapeuten, Ärzte

Die Beratung für Geschwister

  • bietet einen geschützten Raum für die persönlichen Fragestellungen von Geschwistern
  • begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene in jeder Lebensphase
  • steht bei Alltagsproblemen und in Krisensituationen zur Seite
  • arbeitet präventiv
  • vermittelt bei Bedarf zu weiteren Angeboten, zu Therapeuten oder Selbsthilfegruppen
  • berät bundesweit

Individuelle Beratung und Gruppenangebote

Die Beratung findet nach Vereinbarung dort statt, wo sie gewünscht wird:

Verschiedene Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und erwachsene Geschwister unterstützen die persönliche Beratung.

Bitte vereinbaren Sie für die Beratung telefonisch oder per E-Mail einen Termin.