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"Ja" zur Vielfalt des menschlichen Lebens

Die Lebenshilfe Bremen unterstützt die Kampagne #12:21 Down ist in - nicht out

 

Im April hat der Deutsche Bundestag in Berlin eine Orientierungsdebatte über den kassenfinanzierten vorgeburtlichen Bluttest auf Down-Syndrom geplant. Unter der Kampagne #12:21 Down ist in - nicht out bündelt die Bundesvereinigung Lebenshilfe Argumente, Stellungnahmen und Aktivitäten gegen eine Einführung dieses Bluttests als Regeluntersuchung auf Kassenkosten für alle Schwangeren. Die Lebenshilfe Bremen e.V. als Elternverein unterstützt diese Kampagne.

#12:21 Down ist in – nicht out!

Aus der Sichtweise von Menschen mit Trisomie 21 und ihren Familien gibt es viele Befürchtungen zu einer Änderung der Gesetzeslage und gute Gründe, die gegen eine Einführung als sogenannte Reihenuntersuchung sprechen.

Eine Kostenübernahme für Bluttests auf Trisomie 21 für alle schwangeren Frauen sendet ein Signal, dass Menschen mit Trisomie 21 nicht zur Welt kommen sollten und führt zu einer Ausgrenzung. Erst wenn eine Entscheidung für ein Kind mit Behinderung gesellschaftlich genauso akzeptiert ist, wie eine Entscheidung gegen ein behindertes Kind, kann es eine echte Selbstbestimmung für betroffene Familien geben. Die Kostenübernahme des Bluttests würde aber den Erwartungsdruck weiter steigern und eine individuelle und freie Entscheidung eher erschweren als ermöglichen. Beratungen von schwangeren Frauen mit dem Befund einer Trisomie 21 zeigen häufig, dass sie sich letztlich aufgrund des Erwartungsdrucks ihres Umfelds gegen das Kind entscheiden.

Ein weiteres Argument gegen solche Bluttests ist, dass diese keiner medizinischen Behandlung dienen. Sie schaffen nicht einmal Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Down-Syndrom vorliegt - etwa jedes fünfte Ergebnis ist fehlerhaft: Die Schwangeren erwarten gar kein Kind mit Down-Syndrom. Wenn eine Trisomie 21 diagnostiziert wird, führt das jedoch in den allermeisten Fällen zur Abtreibung.

Junge Erwachsene

Familien mit einem Kind mit Down-Syndrom erleben mit der Diagnose zunächst einen großen Schreck oder Schock, erholen sich aber im Kontakt mit ihrem Kind davon auch wieder und sind letztlich genauso glücklich und unglücklich wie Familien ohne behinderte Kinder - auch wenn zusätzliche Herausforderungen und Belastungen bestehen. Auch Menschen mit Down-Syndrom finden ihr Leben lebenswert.

Der Lebenshilfe geht es darum, dass die Angst vor Behinderungen nicht verstärkt und die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht verschärft wird. Menschen mit Beeinträchtigungen dürfen in unserer Gesellschaft nicht als vermeidbar, sondern müssen als willkommen bewertet werden.